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Das Museum / Die Gebäude / B2 Hausmühle vom Hochbronner Hof Peterszell
 
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Hausmühle vom Hochbronnerhof

Unsere Getreidemühle stand ursprünglich im Harzerloch bei Peterzell, Stadt St. Georgen im Schwarzwald, und lieferte den Eigenbedarf an Mehl für den Hochbronner Hof. Es gab hier keinen professionellen Müller; das Mahlen besorgte der Bauer oder einer seiner Knechte. Die hofeigene Mühle machte den Waldbauern frei vom Bann an die Mühle des Grundherrn, erforderte aber eigene Wasserkraft.

Das kleine Gehäuse ist ein sehr sorgfältig abgezimmerter reiner Holzbau. Das Ständergerüst ist bis auf Brüstungshöhe mit starken Holzbohlen, darüber mit senkrechten Brettern zwischen stabilisierenden Pföstchen aufgefacht, die für aussteifende Kopfbänder Platz lassen. Das Innere ist bis in den sauber verschalten Dachraum offen, um für das Beschütten des Mahlwerks genügend Kopfhöhe zu erhalten. Darauf muß das Dachtragwerk Rücksicht nehmen, dessen Spitzbinder mit ihren Zugbalken so angeordnet sind, daß sie nicht behindern.

Eine Mühle bei Hochbronnen findet sich erstmals in einem Lagerbuch aus dem Jahre 1687. Die Mühle, die im Freilichtmuseum zu sehen ist, wurde laut Inschrift über der Tür im Jahre 1767 erbaut. Der Erbauer war "ARF", was vermutlich Andreas Rosenfelder heißt. Das Harzlochbächle, das sommers wie winters genug Wasser führte, trieb das Wasserrad an. Der gleichmäßigen Wasserzufuhr dienten zwei gestaute Weiher mit 12 Ar Wasserfläche. Im Mühlkanal tummelten sich Forellen - eine Idylle.

Der Bauer mahlte selbst. Sieben "Sester" Frucht wurden auf einmal gemahlen, das ergab eine "Bachete". Roggen war die Hauptfrucht für das Brotmehl. Hinzu kamen aber auch andere Getreidesorten, vor allem Hafer und Dinkel, später auch Weizen, etwa für das "Habermus", das man mit Milch gekocht zum Morgenessen verzehrte.

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Zusatzeinrichtungen der Mühle

Der Abredder
Im Mehlkasten tritt das Mehl durch die Beutelgaze hindurch, während Kleie und Grieß (körniges Mehl) den Beutel am Ausgang verlassen. Ohne Abredder wurde auch die Kleie wieder mitaufgeschüttet. Die Kleie wurde so mitpulverisiert, und es entstand ein dunkles Mehl. Der Abredder ermöglichte nun ein Heraustrennen der Kleie und damit ein weißeres Mehl. Der Abredder war ein Schüttelsieb, das man außerhalb des Mehlkastens unter den Beutelausgang setzte. Die Kleieschalen waren größer als die Grießkörner, so daß sich jene durch das Sieb abtrennen ließen. Der Abredder wurde über den Gleitarm des Beutelmännles angetrieben.

Die Stampfe
Bei einigen Mühlen des Schwarzwaldes befanden sich auf der Welle zwischen Wasserrad und Kammrad Lupfarme zum Anheben der Stabstößel einer Stampfe. Die Stampfe diente zum Enthülsen von Gerste, aus der man Gerstensuppe bereitete. Auch Knochen ließen sich zu Hühnerfutter zerstoßen. Deckte man die Mulden des Stampftroges mit einem Brett ab, so konnte man Hanf bleuen (Ablösen der brüchigen Holzteile von der feinen Innenfaser der Hanfstengel).

Der Gerbgang
Einige Getreidearten, wie z.B. Hafer und Dinkel, liefern beim Dreschen nicht das blanke Korn. Zum Entfernen der Spelzschalen müssen sie dem >>Gerben<< unterzogen werden; dazu diente bei den Schwarzwaldmühlen der Gerbgang. Während des Gerbens ist der Mahlspalt zwischen Bodenstein und Läuferstein mit ca. 4 mm recht groß. Damit wird nur die Schale des Getreides angerissen, so daß sie sich löst. Ein unter dem Bodenstein befindlicher Windflügel erzeugt einen waagrechten Luftstrom, durch den das Gemisch aus Schalen und Kernen fällt. Während der Luftstrom die Schalen mitnimmt, fallen die Kerne auf Grund des größeren Gewichtes durch den Luftstrom hindurch. Beide Bestandteile werden so voneinander getrennt.

Der Seiltrieb
Der Seiltrieb wurde in den Jahren 1880 bis 1920 nachträglich in die Mühlen eingebaut. Über ein zweites Kammrad, die senkrechte Königswelle und ein Winkelgetriebe wurde eine Seilscheibe unter dem Dach der Mühle angetrieben. Das Endlosseil führte auf eine Transmissionswelle auf dem Dach des Bauernhofes, über die sich die Dreschmaschine, die Futterschneidmaschine und weitere Maschinen antreiben ließen.

Zur Funktion der Mühle

Das Wasserrad treibt über das große Kammrad und das Stockrad eine lotrechte Eisenwelle an, die man Mühleisen nennt. Es trägt den oberen Läuferstein und dreht ihn mit ca. 150 Umdrehungen in der Minute. Das aufgeschüttete Getreide wird zwischen beiden Mühlsteinen, dem unteren feststehen¬den Bodenstein und dem oberen umlaufenden Läuferstein, zerkleinert und fällt dann durch das Mehlrohr in einen waagerecht hängenden Beutel, den ein Klopfstock schlägt. Das Mehl tritt dabei durch die Gaze des Beutels in den Mehlkasten aus, während Kleie und Grieß (körniges Mehl) den Beutel am Beutelausgang verlassen und in den Kleiekasten fallen. Kleie und Grieß wurden in der Regel mehrfach wiederaufgeschüttet und dabei auch die Kleie mitpulverisiert. Es entstand ein kräftig schmeckendes Mehl, mit dem man die runden Bauernbrote buk.

Vor dem Beutelausgang ließ sich noch ein mechanisch bewegtes Schüttelsieb anbringen, das man Abredder nannte. Mit ihm konnte man die gröbere Kleie von dem feineren Grieß trennen. Mit Entfernen der Kleie aus dem Mahlgut erhielt man ein weißeres Mehl. Einige Getreidearten wie z.B. Hafer und Dinkel liefern beim Dreschen nicht das blanke Korn. Zum Entfernen der Schale (Spelz) dient der Gerbgang. Das Getriede tritt dabei durch die beiden Mühlsteine, deren Mahlflächen dann einen Abstand von rund 3 mm haben. Es wird dabei nur angerissen, so daß sich die Schale vom Kern löst. Das Mühleisen trägt unterhalb der Mühlsteine Ventilatorflügel, die einen waagerechten Luftstrom erzeugen. Durch ihn fallen Kerne und Schalen. Der Luftstrom nimmt die Schalen (Spelze) mit, während die schwereren Kerne nach unten in den Kernenkasten gelangen.

Eine Doppelstampfe wird durch die Hauptwelle angetrieben und dient zum Enthülsen von Gerste, aus der man die Gerstensuppe bereitete. Über ein zweites kleineres Kammrad und die Königswelle wird die Seilscheibe des Seiltriebs gedreht. Sie befindet sich unter dem Mühlendach und das aufgelegte umlaufende Seil führte zum Dach des Bauernhofes und konnte hier Dreschmaschine, Futterschneidmaschine und dergleichen antreiben.

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