Blick in die Scheune und den ehemaligen Schafstall des Gebäudes
Blick in die Kammer der Armenwohnung, die auf der Rückseite des Gebäudes im Dachgeschoss untergebracht ist
Der Schaf- und Farrenstall aus Brittheim
Schaf- und Farrenstall Brittheim
Das Gebäude wurde um 1812 von der Gemeinde Brittheim (heute: Stadt Rosenfeld) zuerst nur für die Schafhaltung erbaut.
Um 1860 wurden der Farrenstall (Stall für die öffentliche Bullenhaltung) und ein Raum für die Feuerspritze eingebaut. Dazu wurde die innere Längswand des "Krankenstalls" (diente ursprünglich zur Absonderung und Unterbringung kranker Schafe von der Schafherde) um 60 cm ins Mittelgefach versetzt, um dem dahinterliegenden Farrenstall mehr Tiefe zu geben. Hier wurde nun der Sprungstand für die Bullen eingebaut. ,Die Türen zu den neuen Räumen lagen zunächst an dieser neuen Innenwand und daneben im Giebel das zweiflügelige Tor der Spritzenremise, die man gegen die Tenne mit einer Fachwerkwand abtrennte.
Um 1925 wurde der Farrenstall um 1,60 m in den Schafstall hinein erweitert, um einen weiteren Standplatz für einen dritten Gemeindefarren zu schaffen. Das Fundament dieser Erweiterung wurde nun schon in Stampfbeton ausgeführt. Gleichzeitig aber drehte man die Standplätze in ihre heutige Lage, um die Bullen von der Tennenseite her füttern zu können. Seitdem liegen die Türen zum Sprungstand und Stall an der westlichen Außenwand. Diesen Zustand zeigt der Wiederaufbau im Museum, allerdings ohne die Trennwand zwischen Tenne und Spritzenremise, die inzwischen den Leichenwagen aufgenommen hatte.
Blick auf den Sprungstand im Farrenstall
Die Schäferwohnung im Dachraum war spätestens 1881 zur Armenwohnung geworden. Sie war ursprünglich nur vom Dachraum aus zugänglich, wobei zwei vermauerte Türen andeuten, dass möglicherweise schon immer auch der Arrest hier eingebaut war, für den die Gemeinde 1813 Hand- und Fußfesseln anschaffte. Die heutige Form und den Zugang über die Außentreppe erhielten diese Räume im Jahre 1908, wo sie laut Inschrift von Zimmermeister Johann Georg Voßeler „renoviert“ wurden.
Das 10,88 m breite und 17,18 m lange Gebäude musste beim Bau wegen des schmalen Grundstücks giebelseitig zur Straße gestellt und eine der seltenen Längstennen ausgebildet werden. Man legte sie ins schmälste östliche Längsgefach, senkte Tor und Fußboden in den Sockelbereich ab und ließ sie in den Dachraum hinein offen. Das westliche Längsgefach nahm in der Ecke einen Krankenstall auf, war deshalb besonders breit und hier mit starken Bohlen eingewandet, die auf der Traufseite noch erhalten sind. Ansonsten ist das 3 m hohe Ständergerüst auf seinem Bruchsteinsockel nur mit überfalzten, in die Ständer eingenuteten Brettern geschlossen, die vor einem offenen Fachwerk liegen, das seinerseits die Aussteifung der Wände übernimmt. Darüber erhebt sich das 7,10 m hohe Satteldach mit einem liegenden Stuhl, auf den ein stehender gestellt ist. In den beiden Fachwerkgiebeln mit äußerer Brettschalung sind beide Stühle stehend ausgebildet.
Der große Dachraum diente als Lager für das Winterfutter und nahm in seinem südlichen Quergefach die Schäferwohnung auf. (Text: W. Kramer, Buch zum Museum)
Im Dachgeschoss ist derzeit eine Dauerausstellung zum Küferhandwerk unter dem Titel "Feuer und Wasser - Das Küferhandwerk" untergebracht.