Im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck werden alte Haustierrassen nach Maßgabe der historischen Gebäude artgerecht gehalten. Das Museum lebt, der Besucher sieht, hört und riecht es. Die dunkelrotweiß gescheckten, behornten Hinterwälder Kühe,die noch heute im mittleren und südlichen Schwarzwald verbreitet sind, stehen im Stall des Bauernhauses Neuhausen ob Eck ("Biehle", C 6). Das ans Beweiden karger Bergweiden angepasste "Wäldervieh" ist eine vitale, leichtkalbige und langlebige Zweinutzungsrasse, bei der die Bauern auf Milch und Fleisch einen gleich hohen Stellenwert legen. Stier: 145 cm Widerristhöhe, 1 050 kg Gewicht; Kuh: 135 cm, 600 kg.
Schweine
Schweine
Die großrahmigen, tiefrumpfigen Schwäbisch-Hällischen Schweine wurden häufig in Süddeutschland gehalten. An Kopf (Schlappohren), Hals, Schwanz (bis auf eine weiße Spitze) und Hinterseite der Oberschenkel sind sie schwarz, ihr übriger Körper ist weiß. Diese langlebige, widerstandsfähige, frühreife und außergewöhnlich fruchtbare Rasse mit gutem Aufzuchtsvermögen sowie Milchreichtum der Sauen liefert eine hervorragende Fleischqualität. Eber: 90 cm Schulterhöhe, 350 kg Gewicht; Sau: 80 cm, 280 kg.
In Württemberg ist der "Hällische Schlag" seit Ende des 18.Jh. nachweisbar. Zu Beginn des 19.Jh. wurden chinesische Maskenschweine eingekreuzt. In der zweiten Hälfte des 19.Jh. kam es zu planlosen Kreuzungen mit Berkshire und anderen englischen Rassen, nach dem Zweiten Weltkrieg zu Einkreuzungen von Angler Sattelschweinen. Um 1970 schlief der Zuchtverband ein, nachdem die Rasse die Nachfrage der Verbraucher nicht mehr erfüllen konnte. Wenigen engagierten Züchtern ist es zu verdanken, dass das Schwäbisch-Hällische Schwein dennoch erhalten blieb. Seit Anfang der 1980er Jahre besteht wieder eine steigende Nachfrage. 1986 erfolgte erneut die Gründung einer "Züchtervereinigung des Schwäbisch-Hällischen Schweins". 1994 gab es wieder 20 Herdbuchbetriebe und Züchter dieser alten Schweinerasse. In der "Sausteig" (Stall) und im "Saugarten" am Giebel des "Biehle" (C 6) fühlen sich zwei Schwäbisch-Hällische Schweine "sauwohl".
Eine besondere einzigartige Attraktion ist die tägliche Vorführung der "Historischen Schweinehut" (täglich um 14 Uhr von Mitte Mai bis Saisonende)
Esel
Besucher streicheln gerne unsere Esel
Im Freilichtmuseum gibt es seit einiger Zeit auch Esel, ein Muttertier und ein junges Eselfohlen. Sie sind immer ein besonderer Anziehungspunkt, wenn sie auf der Weide vor dem Weberhaus sind. Bei Regenwetter sind sie dort im Stall.
Ziegen
Ziegen
Im Stall des Tagelöhnerhauses Delkhofen (C 1) meckern Bunte Deutsche Edelziegen.Diese zumeist hornlose Ziege mit kurzem, glatt anliegendem Haarkleid wurde vorwiegend im süddeutschen Raum gehalten, wegen ihrer Milch (900 kg pro Jahr bei 3,7 % Fett, Höchstleistung: 1 800 kg), ihrem Fleisch und ihrer Haut. Fruchtbarkeit: zwei Zicklein je Geiß pro Jahr. Bock: 75 - 85 cm Widerristhöhe, 60 - 80 kg; Geiß: 70 - 80 cm, 50 - 65 kg.Bis Ende des 19.Jh. gab es in allen Gegenden Deutschlands außer anderen Farbschlägen auch braungetönte Ziegen. Erst Anfang des 20.Jh. wurden, oft nur in kleinen Gebieten, Ziegen mit einheitlicher Färbung und ausgeglichenem Typ gehalten. 1928 beschloss der Reichsverband Deutscher Ziegenzuchtvereinigungen, alle farbigen Ziegenschläge unter der Einheitsbezeichnung "Bunte Deutsche Edelziege" zusammenzufassen, um eine größere Zuchtbasis zu erhalten. Trotzdem erfolgte kaum ein Austausch von Zuchttieren. In Franken sind immer noch mehr als 90 % der Ziegen schwarzbäuchig, im Schwarzwald mehr als 90% der Ziegen hellbäuchig.
Schafe
Schafe
Das mittelgroß bis rahmige, hornlose Merinolandschaf, dessen bewollte und behaarte Körperteile weiß sind, ist in Süddeutschland und Thüringen weit verbreitet. Mit recht langen Beinen für raumgreifenden Schritt galt es früher als Wanderschaf. Dagegen besteht heute die Tendenz zu kürzeren Beinen. Zunehmend wird auf eine Verbesserung der Keulenausbildung gelegt. Bock: 90 - 100 cm Widerristhöhe, 120 - 140 kg Gewicht; Mutterschaf: 75 - 85 cm, 80 - 90 kg.Das marschfähige, aber auch zur Koppelhaltung geeignete, widerstandsfähige Schaf liefert Wolle vom Merinotyp. Die jährliche Wollmenge eines Mutterschafs beträgt 4 bis 5 kg.Mitte des 18.Jh. kamen Feinwollschafe aus Spanien nach Deutschland. Schafe dieses Typs wurden Ende des 18.Jh. in Süddeutschland zur Veredelung von Landschafrassen verwendet, und zwar besonders in Württemberg. 1887 erschien das weißköpfige Schaf auf der ersten DLG-Ausstellung als besondere Rasse. Die spätere Einkreuzung weiterer Merinos führte dann zum "Württemberger", ein Name, der ab 1906 allmählich durch den jetzigen Namen ersetzt wurde. Die Züchtung erfolgt bewusst auf Woll- als auch auf Fleischleistung. "Württemberger" bzw. Merinolandschafe wurden in das Weiße Alpenschaf der Schweiz und in andere Rassen eingekreuzt.Im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck leben die Merinolandschafe auf verschiedenen Wiesen in der Koppel.
Gänse
Gänse
Auf der Hüle schwimmen Weiße Pommerngänse. Diese großen, schweren Gänse mit abgerundetem eiförmigem Körper und tiefer, breiter Brust, ausgeprägten Schultern und einfacher Bauchwamme besitzen einen ausgeprägten Brutinstinkt. Sie brüten ein bis zwei Gelege von je zehn bis zwölf Eiern selbst aus. Besonders begehrt ist ihr Fleischansatz an Brust und Keulen. Je nach Geschlecht hat die Weiße Pommergans ein Gewicht von 7 bis 8 kg.Ihre Zuchtgeschichte weist wenig Einkreuzungen auf. Die Graugans (Wildform) ist ihre ursprüngliche Stammform. Heute spielt die Weiße Pommerngans (Heimat: Pommern) nur noch als Liebhaberrasse eine Rolle.
Hühner
Hühner
Die Hühner der Rasse "Rebhuhnfarbige Italiener" weisen als äußere Merkmale eine gestreckte, elegante Form sowie gelbe Lauffarben und weiße Ohrscheiben auf. Sie zeichnen sich durch eine sehr gute Legeleistung aus, weshalb sie in ganz Europa gehalten werden. Die Schalenfarbe ihrer Eier ist weiß. Ihre Vorfahren sind italienische Landhühner. Der rebhuhnfarbige Schlag setzte sich vor anderen Farbschlägen durch. Die Museumshühner haben zwar ihren Stall im "Biehle", doch tagsüber laufen sie frei auf dem Museumsgelände umher.